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Der heilige Antonius von Padua, der Heilige der Wunder

Der 13. Juni ist der Gedenktag des heiligen Antonius von Padua, eines der beliebtesten und verehrtesten Heiligen der christlichen Geschichte. Nur wenige wissen, dass der heilige Antonius kein Italiener war. Er wurde 1195 in Lissabon in eine Adelsfamilie geboren und hieß ursprünglich Fernando Martins de Bulhões. Erst mit seinem Eintritt in den Franziskanerorden nahm er den Namen „Antonius“ an, nach dem Schutzpatron der Kapelle, in der er aufgenommen wurde. Er kam beinahe zufällig oder schicksalhaft nach Italien und starb 1231 in Padua mit nur 35 Jahren. Er war jung und gesundheitlich angeschlagen. Dennoch hatte er die Welt um sich herum bereits verändert. Antonius wurde 1232, nur 352 Tage nach seinem Tod, heiliggesprochen – eine der kürzesten Zeitspannen in der Geschichte der Kirche. Schon zu Lebzeiten galt er als Wundertäter. Der Legende nach predigte er vor Fischen, als die Menschen ihm nicht zuhören wollten, und die Fische hoben daraufhin respektvoll ihre Köpfe aus dem Wasser. Eine Geschichte, die einen zum Lächeln bringt, aber gleichzeitig alles über die Stärke dieses Mannes aussagt: die Fähigkeit, selbst im Unmöglichen ein Publikum zu finden.

Kuriositäten, die Sie nicht erwarten

Seine Zunge ist in der Basilika von Padua unversehrt erhalten.
Als sein Leichnam 1263 überführt wurde, fand Bonaventura da Bagnoregio die Zunge perfekt erhalten vor und sagte: „O gesegnete Zunge, die du immerdar den Herrn lobst.“ Auch heute noch wird sie von den Gläubigen als Reliquie verehrt.
In Brasilien ist er der beliebteste Heilige überhaupt. Jedes Jahr am 13. Juni feiern Millionen von Menschen mit Prozessionen, Musik und einer Volksfrömmigkeit, die Glauben und Freude auf einzigartige Weise vereint.
Und dann ist da noch das „Brot des heiligen Antonius“: eine alte Tradition, nach der diejenigen, die in seinem Namen Brot an die Armen spenden, im Gegenzug eine Gnade empfangen. Ein vollkommener Kreislauf der Güte.

Antonios weiße Lilie

In sakralen Darstellungen hält der heilige Antonius fast immer eine weiße Lilie in den Händen. Sie ist kein bloßes Dekorationselement, sondern ein Symbol. Die Lilie steht für Reinheit und Keuschheit, Tugenden, die Antonius sich zum Lebensweg wählte, als er in den Franziskanerorden eintrat. Die mittelalterliche sakrale Kunst übernahm dieses Motiv, um ihn inmitten der Heiligen sofort erkennbar zu machen: ein junges Gesicht, ein Kind im Arm und die unverwechselbare weiße Blume. Noch heute tragen Gläubige am 13. Juni Sträuße frischer Lilien in Prozessionen.

Juni San Antonio


Der heilige Antonius hat die Jahrhunderte überdauert, weil er etwas Universelles berührt hat: die Angst vor Verlust. Nicht nur Hausschlüssel oder Portemonnaie, sondern geliebte Menschen, den Lebensweg, den Sinn der Dinge. Er wird gebeten, Verlorenes wiederzufinden, und oft ist dieses Verlorene etwas viel Tieferes als ein Gegenstand. Am 13. Juni werden weltweit Millionen Menschen zu ihm aufblicken und seinen Namen rufen. Denn es gibt immer noch das Bedürfnis nach jemandem, der uns hilft, Verlorenes wiederzufinden. Und der heilige Antonius hat seit achthundert Jahren nie aufgehört zuzuhören.

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