SARDINIEN
Isoliert im Zentrum Westliches MittelmeerFernab jeglicher Festlandküste ist Sardinien ein Inselkontinent von absoluter Schönheit und eine uralte Zivilisation, die Geheimnisse birgt, die der Welt noch immer nur teilweise offenbart wurden. Es ist das Land mit dem schönsten Meer Europas. Die Costa Smeralda mit ihrem smaragdgrünen und türkisfarbenen Wasser, die wilde Ogliastra, die Sulcis von Sant’Antioco und der Golf von Orosei mit seinen nur auf dem Seeweg oder zu Fuß erreichbaren Buchten – und zugleich die Nuraghen, die Steintürme, die die Nuraghenkultur vor viertausend Jahren in außergewöhnlicher Zahl errichtete: über sechstausend sind noch heute sichtbar und zeugen von einer geheimnisvollen und mächtigen Kultur. Es ist das Land der Hundertjährigen der Barbagia, des knusprigen Carasau-Brots und des gereiften sardischen Pecorino-Käses, des polyphonen Cantu a tenore, eines UNESCO-Weltkulturerbes, einer Sprache und einer Identität, die in Italien ihresgleichen sucht.
Strände
Sardiniens Strände zählen aufgrund ihrer kristallklaren Wasserqualität und des weißen Sandbodens, der karibikähnliche Spiegelungen erzeugt, zu den schönsten der Welt. Auch die Vielfalt der Küstenlandschaften ist bemerkenswert. Die Costa Smeralda im Nordosten mit Porto Cervo, Cala di Volpe und Capriccioli ist ein beliebtes Reiseziel der internationalen Elite. Doch Sardiniens wahre Schönheit offenbart sich an seinen weniger bekannten Stränden: Cala Goloritzé in Ogliastra, nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar, mit ihrem weißen Felsbogen, der auf feinsten Sand mündet – ein UNESCO-Welterbe; der Strand La Pelosa in Stintino mit seinem aragonesischen Turm; der Strand Is Arutas mit seinen rosafarbenen Quarzkörnern, die wie winzige Edelsteine wirken; Chia mit seinen goldenen Sanddünen und dem türkisfarbenen Wasser; und Villasimius mit dem Notteri-See, an dem rosa Flamingos über das Meer blicken. Der Golf von Orosei mit den Buchten Luna, Sisine, Biriola und Mariolu zählt zu den spektakulärsten Küstenabschnitten des Mittelmeers.
Landschaft
Die Barbagia ist das wilde Herz Sardiniens: Das Gennargentu-Plateau mit der Punta La Marmora, dem mit 1.834 Metern höchsten Gipfel der Insel, beherbergt den Gennargentu-Nationalpark. Hier grasen der Sardische Hirsch – eine kleine, endemische Unterart – und das Mufflon, das Wappentier der Insel, zwischen Steineichen und Flaumeichen. Die Dörfer der Barbagia – Orgosolo mit seinen politischen Wandmalereien, Mamoiada mit seinen Mamuthones-Masken, Oliena am Fuße des Kalksteinmassivs Supramonte und Fonni, Sardiniens höchstgelegener Ort – bewahren uralte, lebendige Traditionen. Die Gorropu-Schlucht – die tiefste Europas mit 500 Meter hohen, senkrechten Wänden –, der Tiscali-Canyon mit seiner in einer Höhle verborgenen Nuraghenstadt und die Steineichenwälder des Waldes von Montes vervollständigen ein Hinterland von außergewöhnlicher Kraft. Die Thermalbäder von Fordongianus, die Salinen von Cagliari mit ihren Flamingos, die Lagunen von Sinis und das Naturschutzgebiet Asinara, eine ehemalige Strafkolonie, die heute ein Nationalpark ist, sind weitere Kapitel auf einer Insel, die immer wieder aufs Neue begeistert.