Ein kleines Schiff stach vom Hafen Gallipoli aus in See, bescheiden in der Größe, aber enorm in seiner Bedeutung. Es ist das Handala, ein altes norwegisches Fischerboot aus dem Jahr 1968, das heute zu einem Symbol des Widerstands und der Solidarität umgebaut wurde.
An Bord befinden sich etwa zwanzig Menschen aus verschiedenen Ländern – darunter Italien, Frankreich, Tunesien, Kanada und die Vereinigten Staaten –, die bereit sind, sich mit einem konkreten Ziel in die Gewässer des Mittelmeers zu wagen: humanitäre Hilfe zu leisten und das Schweigen über die monatelange Belagerung des Gazastreifens zu brechen.
Wer nimmt an Handala teil?
Zu den Teilnehmern gehören Aktivisten, Journalisten, Ärzte und zwei französische Abgeordnete der Gruppe La France Insoumise, Emma Fourreau und Gabrielle Cathala, die die Initiative leiten. Es handelt sich um eine rein zivile Mission ohne staatliche Symbole und diplomatischen Schutz. Das Ziel ist klar: Gaza trotz der von Israel verhängten Seeblockade physisch zu erreichen und lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel, Medikamente, Milchpulver und Kinderspielzeug zu liefern.
Zwei besorgniserregende Episoden für Handala
"Wir bringen keine politische Botschaft, sondern eine menschliche Geste„, betonten die Veranstalter vor der Abfahrt. Trotz der enthusiastischen und entschlossenen Atmosphäre verlief die Reise nicht ohne Hindernisse. In den Tagen vor der Abfahrt geriet die Handala ins Zentrum zweier beunruhigender Vorfälle: Ein Kabel wurde absichtlich um den Propeller gewickelt, und anstelle von Trinkwasser wurde fälschlicherweise ein Kanister mit Schwefelsäure geliefert. Zwei Freiwillige erlitten Verbrennungen. Es handelte sich eindeutig um einen Sabotageversuch. Dennoch stach das Schiff in See. Verbeult, aber nicht kaputt. Gallipoli begrüßte das Schiff mit einer Welle der SolidaritätKleine Boote begleiteten sie in einer Prozession, umgeben von Transparenten, Musik, Applaus und Emotionen.
Bürger aus ganz Italien und der Imam von LecceDies zeugt vom interreligiösen und universellen Charakter der Initiative. Die Handala wird voraussichtlich Ende Juli in der Nähe von Gaza eintreffen. Die Gefahr ist real: Frühere Expeditionen wurden von den israelischen Behörden gestoppt, wie es auch bei der Madleen der Fall war. Doch die Besatzung, die sich der Risiken bewusst ist, setzt ihre Reise ohne Zögern fort. Ihre Reise ist nicht nur geografisch, sondern auch zutiefst menschlich.




lascia un kommentar (0)