ABRUZZEN
Zwischen dem Gran Sasso Italiens — mit seinen 2.912 Metern das Dach des Apennins — und das smaragdgrüne Wasser der Adria, Die Abruzzen sind eine Region der Extreme und wahrer Wunder. Auf nur hundert Kilometern erstreckt sich die Reise vom höchsten Gipfel des italienischen Festlandes bis zu den Stränden von Pescara: eine Vielfalt an Landschaften und Klimazonen, die in Europa ihresgleichen sucht. Hier befinden sich Italiens älteste und wertvollste Naturparks – der 1923 gegründete Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise sowie der Nationalpark Majella –, wo Marsische Braunbären, Apenninwölfe und Abruzzen-Gämsen frei zwischen Buchenwäldern und Hochgebirgswiesen umherstreifen. Ebenfalls hier liegen L’Aquila, eine Stadt, die vom Erdbeben 2009 verwüstet wurde und sich immer wieder neu erfindet; Sulmona, Heimat von Konfetti und den Versen Ovids; und Lanciano, der Ort des eucharistischen Wunders.
Strände
Die Trabocchi-Küste zählt zu den markantesten und malerischsten Küstenabschnitten Italiens: Über 60 Kilometer von Ortona bis Vasto säumen Trabocchi, uralte hölzerne Fischerboote, die wie riesige Spinnen ins Meer ragen, die Küste der Abruzzen. Viele dieser Boote wurden zu charmanten Restaurants am Meer umgebaut. Vasto Marina mit seinen langen Sandstränden, Ortona mit seinem Hafen und den Stränden von Riccio, Lanciano Mare, Francavilla al Mare mit seinem weitläufigen Strand und das Naturschutzgebiet Punta Aderci mit seinem mittelalterlichen Turm auf einem Hügel über dem türkisfarbenen Meer sind die wichtigsten Badeorte. Der Radweg entlang der ehemaligen Adria-Eisenbahn verläuft parallel zum Meer und ist heute eine der schönsten Radrouten Italiens.
Landschaft
Campo Imperatore auf dem Gran-Sasso-Plateau ist Italiens „Klein-Tibet“: eine weite, stille Graslandschaft über 2.000 Metern Höhe, wo im Sommer die Catria-Pferde zwischen Schafherden und dem Pfeifen der Murmeltiere grasen. Die Steppen Piani di Pezza und Majella sind in ihrer natürlichen Architektur ebenso spektakulär. Der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise mit dem Dorf Civitella Alfedena und dem Barrea-See ist ein Refugium für die Fauna des Apennins: Hier, mehr als irgendwo sonst, ist die Natur unberührt geblieben. Das Rocche-Plateau mit den mittelalterlichen Dörfern Rocca di Cambio und Rocca di Mezzo ist eines der höchstgelegenen Italiens und bietet atemberaubende Ausblicke. Der Safran von Navelli – der wertvollste der Welt –, der Nougat von Sulmona und die Linsen von Santo Stefano di Sessanio vervollständigen das Bild einer einzigartigen Region.