MOLISE
Klein, ruhig, hartnäckig authentischMolise ist eine Region, die sich dem Massentourismus noch immer widersetzt und Suchenden eine seltene und kostbare Entdeckung bietet. Zwischen den Apenninen von Matese und Mainarde und dem kurzen Küstenstreifen der Adria erstreckt sich ein Land endloser Weiden, uralter Schafpfade – der Transhumanzrouten, die seit Jahrtausenden von Millionen Schafen genutzt werden –, steinerner Dörfer, die wie in der Zeit eingefroren scheinen, und lebendiger ländlicher Traditionen. Es ist das Land der Samniten, der Normannen und der Benediktinerabteien, der Mysterienprozession von Campobasso – einer der originellsten in Italien –, des Caciocavallo-Käses und der würzigen Ventricina, von Agnone mit seinen Glocken, deren Klang in die Welt hinausschallt.
Strände
Molise ist die einzige Region Süditaliens mit nur 36 Kilometern Adriaküste. Doch dieser kurze Küstenabschnitt bietet Strände von atemberaubender Naturschönheit, die vom Massentourismus weitgehend unberührt geblieben sind. Termoli, der wichtigste Badeort und Hafen, ist ein Juwel: Die antike Stadt mit der ins Meer ragenden Stauferburg Friedrichs II., die weißgetünchten Gassen der mittelalterlichen Altstadt und die feinen Sandstrände von Termoli und San Pietro machen sie zu einem der authentischsten Badeorte der Abruzzen. Die Tremiti-Inseln, die zwar administrativ zu Apulien gehören, sind von Termoli aus mit der Fähre erreichbar und stellen das nächstgelegene Naturziel an der Küste von Molise dar: drei weiße Kalksteininseln in einem der klarsten Gewässer der Adria.
Landschaft
Das Matese-Massiv, das sich Molise mit Kampanien teilt, ist die grüne Lunge der Region: Der Regionalpark Matese umfasst den gleichnamigen See – den höchstgelegenen See Süditaliens –, hochgelegene Buchenwälder, Karstplateaus und Dörfer wie Bojano, Sepino mit dem prächtigen römischen Theater von Saepinum und Frosolone, bekannt für seine handgefertigten Messer. Die Wälder Molises, die über 40 % des Gebiets bedecken, zeugen von einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Die Tratturen – uralte, 111 Meter breite Transhumanzwege, die bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurden – durchziehen die Region wie grüne Narben in Stein und Weizen, ein immaterielles Erbe einer in Europa einzigartigen Hirtenkultur. Campobasso mit der Festung Monforte und Isernia mit ihren paläolithischen Ausgrabungen vervollständigen das Mosaik einer Region, die in einer anderen, authentischeren Zeit stehen geblieben zu sein scheint.