Das Geschenk des vollkommenen Ablasses, gewährt vom neuen Papst Leo XIV. In der Lehre der katholischen Kirche stellt der vollkommene Ablass einen der höchsten Ausdrucksformen der göttlichen Barmherzigkeit dar.
Was ist vollkommener Ablass?
Dabei handelt es sich um den vollständigen Erlass der zeitlichen Strafe für Sünden, die durch die sakramentale Beichte bereits vergeben wurden. Es handelt sich also nicht um eine „Vergebung der Sünden“ an sich – das geschieht in der Beichte –, sondern um die Aufhebung aller Folgen, die die Sünde in der Seele hinterlässt, wie eine Wunde, die über die Absolution hinausgeht. Gemäß der katholischen Theologie hinterlässt jede Sünde, selbst wenn sie vergeben wurde, eine „Schuld“ vor Gott: eine spirituelle Spur, die einer Reinigung bedarf. Der vollkommene Ablass tilgt diese Schuld vollständig und befreit die Seele von allen mit der Sünde verbundenen Rückständen. Es handelt sich um eine außergewöhnliche Gnade, die man, wenn man sie im Stand der Gnade und mit der richtigen Einstellung empfängt, auf sich selbst anwenden oder für eine verstorbene Seele darbringen kann. Auf diese Weise wird die geistige Bindung zwischen den Lebenden und den Toten in der Gemeinschaft der Heiligen gestärkt.
Vollkommener Genuss: tiefe Reinigung
Der Ablass ersetzt in keiner Weise den Weg der persönlichen Umkehr: Beichte, Kommunion und Gebet bleiben grundlegende Voraussetzungen. Vielmehr ist es ein greifbares Zeichen der Liebe Gottes, die den Gläubigen durch die Kirche die Möglichkeit gibt, sich tief zu reinigen und in Heiligkeit zu wandeln. Ein konkretes Beispiel dieser Gnade ereignete sich beim allerersten öffentlichen Auftritt von Papst Pius XIV. Bei dieser Gelegenheit erteilte er den Segen „Urbi et Orbi“ und gewährte allen, die ihn empfingen – sei es persönlich oder über die Medien – den vollkommenen Ablass, sofern sie die folgenden Bedingungen erfüllten: sakramentale Beichte innerhalb von acht Tagen vor oder nach dem Segen, eucharistische Kommunion, Gebet in den Anliegen des Papstes und völlige Loslösung von jeder Sünde, auch von lässlichen.
Historische Wurzeln
Der vollkommene Ablass hat alte Wurzeln in der Kirchengeschichte. Das erste anerkannte Beispiel stammt aus dem Jahr 1294, als Papst Coelestin V. die berühmte Bulle der Vergebung erließ, mit der er allen Gläubigen, die zwischen der Vesper am 28. August und Sonnenuntergang am 29. August in die Basilika von Collemaggio gingen, vollkommenen Ablass gewährte.




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