Sizilien ist eine wundervolle Insel, die auf den ersten Blick mit ihrem Meer, dem Licht, dem Duft von Zitrusfrüchten und einer allgegenwärtigen Geschichte – von barocken Städten bis hin zu Dörfern, die wie in der Zeit stehen geblieben sind – bezaubert. Doch jenseits der bekanntesten Reiseziele gibt es ein weniger fotografiertes, aber oft überraschendes Sizilien.
Der erste ist pantalicaIn der Gegend von Syracuse. Es ist nicht nur eine archäologische Stätte, sondern eine fast heilige Landschaft, die über Jahrhunderte von den Flüssen Anapo und Calcinara geformt wurde. Hier findet man mehr als 5.000 Felsengräber Das zwischen dem 13. und 7. Jahrhundert v. Chr. entstandene Bauwerk liegt eingebettet in eine raue und doch wunderschöne Naturlandschaft; seine Stärke liegt gerade in dieser seltenen Begegnung zwischen Archäologie und Schluchten, zwischen menschlicher Erinnerung und Fels.
Dann ist da Cava d'IspicaIn der Gegend um Ragusa liegt ein langes, in den Fels gehauenes Tal, das Höhlen, Nekropolen, Höhlendörfer und Felsenkirchen birgt. Es ist einer jener Orte, die überraschen, weil er sich wie ein Freilichtmuseum anfühlt, nur ohne die Menschenmassen. Beim Wandern auf den Pfaden hat man das Gefühl, in ein unterirdisches, antikes Sizilien einzutauchen – ein wenig bekannter und gerade deshalb so faszinierender Ort.
Ganz anders, aber ebenso intensiv, ist die Holz von MalabottaIn der Provinz Messina liegt ein Wald, der als einer der ältesten und eindrucksvollsten Wälder der Insel gilt: Zwischen jahrhundertealten Eichen, Kastanien, Buchen und seltenen Baumarten herrscht eine Atmosphäre, die sich deutlich vom klassischen Bild des sonnigen Siziliens unterscheidet. Die Landschaft ist hier dicht, schattig, fast nordisch und bietet eines der außergewöhnlichsten Naturerlebnisse der Region.
Unter den Dörfern verdient es einen Halt. Sambuca di Sicilia, in der Gegend von Agrigento. Bis 1921 hieß es Sambuca ZabutEin deutliches Zeichen seiner arabischen Ursprünge. Das Labyrinth aus Sackgassen und kleinen Innenhöfen gilt als eines der interessantesten Beispiele islamischer Stadtplanung in Sizilien. Dort anzukommen bedeutet, eine weniger bekannte Seite der Insel zu entdecken, wo verschiedene Kulturen noch heute ihre Spuren hinterlassen haben.
Schließlich Montalbano HeliconHoch über 900 Meter über dem Meeresspiegel in den Bergen von Messina gelegen, verströmt das Dorf mit seinen Steinhäusern, engen Gassen und der hoch aufragenden Burg einen kompakten, fast mittelalterlichen Charme. Dieses gebirgige Sizilien, fernab der Klischees vom Küstenort, offenbart eine vielschichtige und überraschende Insel, selbst im Landesinneren.
Siziliens wahrer Reichtum liegt vielleicht genau darin: in seiner Fähigkeit, gleichzeitig berühmt und geheimnisvoll zu sein. An seinen weniger bekannten Orten entdeckt man eine intimere, tiefere und unvergessliche Schönheit. Und deshalb ist Sizilien für Italiener im In- und Ausland nach wie vor ein Quell des Stolzes: nicht nur wegen seiner Sehenswürdigkeiten, sondern auch wegen all dessen, was es bewahrt hat.




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